]f[ Zur Berufung der Professur der Fotoklasse


Lieber Rektor Schmidt-Wulffen,

liebe Kolleg_innen und Lehrende,


 


zum am 8.6.2011 versendeten E-mail des Rektors möchten wir, die IGfotoprof, uns folgendermaßen äußern:

 

Unserer Meinung nach entspricht die vom Rektor favorisierte Position den Anforderungen der Ausschreibung nicht eindeutig.

 

Aufgrund der direkten Zusammenarbeit wurde für uns ersichtlich, dass der bevorzugte Kandidat auch nach dem Gastsemester (Sommersemester 2010) die Mehrheit der Studierenden nicht überzeugen konnte.

Sollte die bereits erfolgte Gastprofessur nicht in eine eindeutige Unterstützung für eine dauerhafte Professur münden?

Die Abstimmung vom 21.5.2011 zeigt unmissverständlich ein anderes Ergebnis. Es wurde definitiv gegen unsere Anliegen und Argumente entschieden. Bis zur Bekanntgabe der Entscheidung wurde uns das Gespräch verweigert. Unsere Befürchtungen sind eingetreten.

 

Wir können nachvollziehen, dass die Akademie Personalentscheidungen auch aufgrund von internationaler Reputation trifft, selbige Frage wurde auch innerhalb der Klasse diskutiert. Dennoch ziehen wir eine bessere Qualifikation bezüglich Lehre dem internationalen Renommée von Professor_innen vor. Außerdem würde ein innovatives und selbstbestimmtes Lehrmodell die Position der Akademie im nationalen wie auch internationalen Vergleich stärken.

Wir würden es sehr begrüßen, Martin Guttmanns Kompetenzen als Künstler und Theoretiker in Form eines Lehrauftrags am IKW oder im Zuge des PhD in Practice in Anspruch nehmen zu können.

 

Da es die Größe der Klasse erfordert, neben organisatorischen Fähigkeiten auch eine breite inhaltliche Ausrichtung mitzubringen, die durch zwei unterschiedliche künstlerische Positionen ideal abgedeckt wird, stellt das Team Krüger/Neuerer eine optimale Besetzung dar. In ihrer bisherigen Lehrtätigkeit haben sie in intensiver Zusammenarbeit mit den Studierenden unter Beweis stellen können, dass sie durch ihren breiten fotografischen Ansatz in der Lage sind, die Studierenden in ihrer individuellen Arbeit produktiv zu begleiten und der Klasse eine interessante Dynamik zu verleihen.

In unserem Statement zur Bewerbung Krüger/Neuerer (igfotoprof.tumblr.com) haben wir uns zu genau diesem Punkt ausführlich geäußert.

 

In diesem Zusammenhang muss Erwähnung finden, dass Bewerbungen im Team an Kunstuniversitäten finanziell umsetzbar sind und keine Seltenheit mehr darstellen.

Obwohl es Richtlinien bezüglich der Professurengehälter gibt, sind diese vor allem Gegenstand von Verhandlungen.

Die Berufung einer Person mit „internationalem Profil“ stellt unter Umständen eine größere finanzielle Belastung für die Akademie dar.

Die finanziellen Rahmenbedingungen sind schon vor dem Berufungsverfahren bekannt gewesen. Sollte in diesem Verfahren die Finanzierbarkeit ein tatsächliches Argument gegen eine Doppelprofessur sein, hätten die Teams Krüger/Neuerer und Bitter/Weber von vornherein nicht zu den Hearings eingeladen werden dürfen.

War die finanzielle Realisierung von Team-Besetzungen schon zu Beginn der Ausschreibung nicht gewährleistet, kann der von der Kommission an den Rektor übermittelte Dreiervorschlag nicht als solcher angesehen werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte das Verfahren abgebrochen werden müssen.

 

Danke fürs Zuhören.

 

Die IGfotoprof